Qualität

Eine historische Ausrüstung zu rekonstruieren, benötigt viel Zeit und Aufwand. Meine verschiedenen Fischereiausrüstungen der auf dieser Internetseite dargestellten Geschichtsepochen sind das Ergebnis von Jahren intensiver Recherche und der Hilfe von engagierten Archäologen, Fischerkollegen und Freunden.Ein kleines Dankeschön ist dann, wenn die rekonstruierten Gegenstände nicht nur optisch wie die Originale aussehen, sondern auch bei Fischereivorführungen auf historischen Veranstaltungen und beim experimentellen Fischfang den erhofften Fang bringen.

Dafür nehme ich gerne nächtelanges Lesen und jahrelanges Experimentieren in Kauf!   Meine wichtigsten  Quellen sind vor allen Publikationen zu archäologischen Funden, Besichtigungen von Ausstellungsstücken  in Museen und Archiven, das Lesen überlieferter historische Texte zu Fischereitechniken, zu historischen Fischereigesetzen und der Vergleich  mit den erhaltenen zeitgenössische Abbildungen .Um mich auf dem aktuellen Wissensstand zu halten, bin ich stets auf der Suche nach Literatur zu dem Thema Fischerei, Archäologie und Geschichte. So hat sich im Laufe der Jahre eine umfangreich Bibliothek zur Fischereigeschichte angesammelt.

Die Verbindung meiner täglichen Arbeit als Berufsfischer auf dem Wasser mit der möglichst authentischen Vermittlung von historischen  und vorgeschichtlichen Fischereitechniken ist meine große Leidenschaft. Wo es, wie auf dem Schleswiger Holm, noch Fischersiedlungen mit einer Jahrhunderte alten, lebendigen Tradition gibt, ist Fischer nicht nur ein Beruf, sondern ein ganzer Lebensstil. Umso mehr freue ich mich, auf dem Holm mein Zuhause zu haben und Mitglied einer der letzten Fischerzünfte in Deutschland sein zu können. Von meinen älteren Kollegen erhielt ich viele Informationen und ich hoffe, diese in ihren Sinne weiter vermitteln und somit erhalten zu können. Gleichzeitig setzt mir meine Arbeit als Vollerwerbsfischer aber auch zeitliche und finanzielle Grenzen bei meiner Vermittlungsarbeit. Da ich als selbstständiger Fischer nicht gerade einen arbeitsarmen Tagesablauf habe, werde ich aufgrund des hohen Zeitaufwandes niemals alle Fanggeräte rekonstruieren können, welche ich anhand der mir vorliegenden Vorlagen gerne rekonstruieren würde. Umso mehr freute mich der Einsatz von Fischerkollegen, Fischereidezernenten und Behörden für meine Arbeit, welche mir über die Förderung aus den europäischen Fischereifonds die Umsetzung wichtiger Projekte ermöglichten.

Größtmögliche Originalgetreue ist stets mein Anspruch an meine Arbeit. Auch bei Repliken von Gegenständen in meiner Ausrüstung, welche ich nicht selber herstellen kann (z.B. Kleidung), lege ich den gleichen Wert auf Detailgetreue und authentischen Bezug. So ist es für mich eine Ehrensache, meine Ausrüstung stets weiter zu entwickeln und eine kritische Beurteilung meiner Arbeit ist für mich, gleich ob von Archäologen, Historikern , Fischereikollegen oder fachlich interessierten Laien geäußert, eine willkommene Hilfe.

Ich schätze persönlich die Archäotechniker, historischen Handwerkerkollegen, sowie Darsteller auf historischen Veranstaltungen  aus meinem Bekanntenkreis, welche ihre Qualitätsansprüche an sich, ihre Ausrüstung und Vermittlungsarbeit stets selbstkritisch hinterfragen. 

Es hat sich in vielen europäischen Ländern eine vielseitige und qualitativ anspruchsvolle Szene um das Thema der „Vermittlung lebendiger Geschichte“ entwickelt. So freue ich mich, den Kontakt zu zahlreichen Freunden und Freundinnen im In– und Ausland zu pflegen, welche sich für die Vermittlung unterschiedlicher Handwerke und Techniken aus den verschiedensten Zeitepochen engagieren.

Einige Bekannte haben bereits ausgestorbene Handwerke recherchiert und wiederbelebt, andere gehören zu den letzten Menschen in Europa, welche bestimmte Handwerke noch erlernt haben und ausüben.

Gute  historische Veranstaltungen können eine wichtige Plattform zur Vermittlung alter Handwerke  und rekonstruierten historischen Alltags darstellen und das Interesse der Besucher auf die Aspekte des Lebens in verschiedenen Zeitepochen wecken.

Schlechte historische Veranstaltungen können jedoch das genaue Gegenteil bewirken und schlimmstenfalls Geschichtsklischees und Zerrbilder erzeugen und verfestigen.

Traurig stimmt mich in diesem Zusammenhang vieles, was oft als“ Reenactment“ oder  „Living - History” bezeichnet wird, inhaltlich eher aber einer oberflächlichen „Markt-Mittelalterszene“ zuzuordnen ist. (dazu äußere ich mich noch später).

Auf  zahlreich stattfindenden historischen Veranstaltungen der unterschiedlichsten Zeitepochen, ganz gleich, ob die Zeiten der Vorgeschichte, bis hin zur jüngeren Geschichte wird  den Besuchern im gesamten Bundesgebiet“ lebendige Geschichte“ im besten Fall realitätsnah vorgeführt. Schlimmstenfalls wird diese aus kommerziellen oder ideologischen Gründen sogar bewusst  verfälscht! (auch dazu äußere ich mich noch später)

 Meiner Meinung nach kann man sich der Vergangenheit bei der Darstellung geschichtlichen Handwerks, selbst  wenn bis auf das letzte Detail  nach Vorlagen original getreu gearbeitet wird, nur annähern, sie aber nie zu 100% authentisch darstellen. Die Vergangenheit ist und bleibt immer Vergangenheit und Geschichte und wir sind Menschen des 21 Jahrhunderts und geprägt von unserer Zeit sowie von unserer Sozialisation. Es wäre vermessen, zu behaupten, man könne die Realität von damals wiederholen!

Wohl aber kann man  auf Veranstaltungen überlieferte und rekonstruierte Alltagshandwerke vorführen und für die Besucher versuchen, ein kleines Stückchen geschichtlichen Alltags erlebbar machen.

Dies ist mein Anspruch an meine Darstellung eines Fischers. Da es für historische Veranstaltungen noch leider keine verbindlichen Mindestanforderungen bezüglich der Qualität gibt, ist das Gezeigte sehr unterschiedlich. Meine Kritik ist hier, das in vielen Fällen lieber die Klischees der Besucher bedient werden, anstatt auch nur ansatzweise den Versuch zu unternehmen, sich sensibel dem Alltag vergangener Zeiten anzunähern.

Negativbeispiel „Wikingermärkte“

Da ich direkt gegenüber den Überresten der wikingerzeitlichen Stadt Haithabu wohne, ist diese Zeit eines meiner Interessengebiete. Zudem ist die Bedeutung der Fischerei archäologisch wie historisch für die Bewohner Haithabus belegt.

 Leider sind „Wikinger“ oder das, was von der „Wikingerszene“ oft dafür gehalten wird derzeit groß in Mode. So gibt es inzwischen Landauf- Landab, sogenannte „Wikingermärkte“.

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Wer nun meint, dort würde er recherchiertes Handwerk oder gar „lebendige Geschichte gezeigt bekommen, wird leider meist enttäuscht. Dort wird Besuchern aus einer medienüberfluteten Eventgesellschaft zumeist nur das geboten, was sie (angeblich) sehen wollen. Schwer bewaffnete Gestalten, ungepflegt, aggressiv , ordinär, laut und stets kampfbereit.

Alles wirkt unheimlich grobschlächtig.

Ob nun die als „Wikingerstuhl“ deklarierten Steckstühle (Diese Stuhlform stammt aus Westafrika), klobiger und oft unauthentischer Schmuck mit dem Charme des Zuhältermilieus, überbreite Gürtel,( wie sie in Skandinavien nie getragen wurden) , unveredelte Felle als "Mantel" und natürlich das obligatorische Trinkhorn am Gürtel. Solche „Wikinger“ gebären sich zudem oft als „Bekenntnisheiden“. In Christen sehen sie ihre „natürlichen Feinde“, gerne und oft grölen sie den Namen von Göttern wie Odin der Thor. Hinterfragt man solche mythologische Namen, fallen dieser Sorte „Neuheiden“ dann nur platte Allgemeinfloskeln ein.

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Natürlich lässt „Mann“ sein „Heidentum“(oder das, welches was er dafür hält) offen in Form eines  „Thorshammers“ heraushängen, der natürlich möglichst groß sein muss. Wer die „Frechheit“ besitzt und diesen harten Männern sagt, das „Thorshämmer“ in der überwiegenden Anzahl der Funde aus Frauengräbern oder Hortfunden stammen, riskiert erheblichen Ärger.

Ausnahme von der beschriebenen Fundlage sind hier z.B.der Fund eines Thorshammers in Repton / England oder die regional bergenzten Funde von einzelnen  Thorshammerringen (siehe Bild) in Männergräbern in Schweden und Russland.

Und vielleicht hat dem in Repton beigesetzten Mann ja seine Partnerin ihren Thorshammer als Beigabe mitgegeben? Bestimmte Thorshammertypen waren im übrigen kein Trachtenschmuck, sondern wurden am als Sarg verwendeten Wagenkasten befestigt.

Übrigens zeigen Funde von Gussformen aus Haihabu und Jütland, mit denen sowohl Thorshammer als auch christliche Kreuze gegossen wurden, das die Einwohner des wikingerzeitlichen Skandinaviens wohl wesentlich toleranter als viele ihrer modernen „Fans“ waren..

Die Trinkhörner mit Gürtelschlaufe am Gürtel vieler „Wikingerfans“ sind, ebenso wie die eisernen “Trinkhornständer“ eine Erfindung der modernen Wikingerszene.

Meist sind die mitgeführten Hörner auch noch viel zu groß, die meisten archäologisch nachgewiesenen Trinkhörner hatten ein Fassungsvermögen von 0,3-0,7 Liter, ich kenne keinen Fund eines wikingerzeitlichen Trinkhornes mit über 1 Liter Inhalt.

Und die protzigen Gürtel????

Nur in wenigen wikingerzeitlichen Gräbern, (in Haithabu gerade 2 von 1000 untersuchten Gräbern) fanden sich überhaupt Gürtel mit Metallschließen. Die wenigen überlieferten Gürtelfunde aus Wikingergräbern waren dann  zumal auch oftmals Trachtenanleihen, z,T aus der fränkischen, slawischen oder gar der reiternomadischen Tracht. Es wird auch vermutet, das die meisten Gürtel aus Lederriemen oder Wollbändern bestanden und keine Schnalle besaßen.

Die geprägten oder mit Fell bezogenen grobschlächtigen „Wikingergürteltaschen“ mit groben unbearbeiteten Geweihpfriemverschluss lässt sich jeder Bezug zu irgendwelchen archäologischen Funden vermissen. Die filigranen, mit Lederstreifen durchflochtenen Gürteltaschen aus Birka trägt anstatt dessen kaum ein „Wikingerdarsteller“ .

Und die Trachten?

Der Bortenschmuck der modernen „Wikingergewänder“ zeigt meist Webmuster, welche damals nicht bekannt waren. Die in einschlägigen Kreisen beliebten „Widderhornborten“ kommen z.B. aus dem Nordafrika des 19 Jahrhunderts. Ähnlich „gut“ wie die Borten sind die Trachten recherchiert.

Statt die archäologischen Vorlagen zu bemühen, kursieren die merkwürdigsten Schnitte und Anleitungen in der Szene.

Und die meisten „Wikinger“ schauen sich lieber die Fehler ihrer Trachten voneinander ab, als das sie eigene Recherche auf der Grundlage

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archäologischer Funde betreiben.

Ein anderes Thema sind die in der Darstellung stets beliebten und stark überrepräsentierten Waffen.

Auf den meisten „Wikingermärkten“ sieht man wesentlich mehr schwerbewaffnete und  mit Helm und Panzerhemd gerüstete Gestalten als einfache Handwerker.

Dabei trug damals wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der Oberschicht (König und Gefolge überhaupt Kettenhemden und Helme. Nur in einem Fall (Gjermundu in Norwegen ) wurde im wikingerzeitlichen Skandinavien überhaupt ein Helm im Grab nachgewiesen

Dies ist übrigens auch der einzige in der Wikingerzeit (zwischen 793 und 1066) nachgewiesene „Wikingerhelm.

Und die wenigen nachgewiesenen Kettenhemden waren in Skandinavien aufwendig vernietet, was natürlich „Neuzeit-Wikinger“ zumeist nicht interessiert.

Deren „Kettenhemden“ bestehen zumeist aus zusammengebogenen Drahtringen

Ähnlich verhält es sich mit den in der Szene allgegenwärtigen Schwertern. In Haithabu und Umgebung hat man aus der gesamten Wikingerzeit (von 793-1066) insgesamt nur etwa 40 Schwerter gefunden. Gleichzeitig lebten in Haithabu etwa 1000-1500 Einwohner. Wie viele Einwohner Haithabus hatten davon zeitgleich wohl überhaupt ein Schwert? Auch waren Schwerter Statussymbole des königlichen Gefolges und anderer reicher Personen.

Nur in der Wikingerszene zeigt leider kaum ein „Schwertträger“ auch die archäologisch nachgewiesene, sehr aufwendig gefertigte Tracht der skandinavischen Oberschicht.(z.B. der Mammenfund)  Das Schwert erscheint bei diesen Leuten nicht als Teil einer vornehmen Ausstattung, sondern ist das zentrale Ausstattungsstück, alles andere wie z.B. authentische Schuhe oder feine Kleider sind solchen Leuten nicht wichtig.

Diese Leute tauchen oft statt dessen nicht einmal „halbgewandet“ mit Militär- oder Motorradstiefeln und Kartoffelsacktunika sowie Lederjeans auf Veranstaltungen auf, würden sich aber wohl ohne Schwert wirklich „nackt“ vorkommen. Als ausgebildeter Ergotherapeut möchte ich die psychopathologischen Komplexe mancher „Schwertträger“ lieber nicht hinterfragen....

Statt dessen wirken viele dieser modernen Schwertträger mit ihrer lieblosen Ausstattung eher wie „bewaffneter Pöbel“ und so verhalten sich leider allzu oft auch bei Veranstaltungen so.  Ich könnte dieser Liste von gepflegten Klischees innerhalb der Szene beliebig fortsetzen, hier wünschte ich seitens der Akteure doch etwas mehr Interesse an der archäologischen Fundlage, an Museumsbesuchen  und  an Literatur. Traurig ergeht es dem Wort „Pädagogik“ im Zusammenhang mit Wikingerveranstaltungen

Das Wort „Pädagogik“ wird im Zusammenhang mit den Aktionen auf „Wikingermärkten“ gerne massiv überstrapaziert, so gibt es „Pädagogen“ welche „Wikinger - Mitmach - Aktionen“ wie „Axtwerfen“, „Messerwerfen“ und dem „Nagelbalken“ anbieten. Wurfäxte, Wurfmesser und Nagelbalken sehen für Veranstaltungsbesucher natürlich unglaublich grobschlächtig und martialisch aus, sind aber archäologisch gesehen, der größte Unfug..

Es gab keine „Wurfäxte“ in der Wikingerzeit.

Und wohl eher äusserst selten wurden Messer als „Wurfgeschosse“  eingesetzt. Den Sinn darin, als „Wettkampf“ mühselig geschmiedete Nägel aus teuren Stahl (verhüttet im Rennöfen) in alte Holzbalken zu hauen und somit zu vergeuden,, hätte in der Wikingerzeit wohl auch niemand nachvollzogen. Solches sind Auswüchse gepflegter moderner Klischees von wikingerzeitlicher Grobschlächtigkeit im Zusammenspiel mit dekadenter neuzeitlicher Materialvergeudung und zudem eine Beleidigung aller Leute, welche sich ernsthaft mit der fachlich korrekten Vermittlung alter Handwerke beschäftigen.

Und für diesen Betrug kassieren solche „Wikingerdarsteller“ und „Erlebnispädagogen“ sogar noch Gagen!  In der überwiegenden Wikingerszene sehe ich eher eine moderne Subkultur wie „Punks oder Skinheads“ als den Versuch, „lebendige Geschichte“ zu vermitteln.

 Apropos Skinheads.

Nicht jeder Skinhead ist gleich ein Nazi. Genau so, wie Rechtsextreme leider einen Teil der Subkultur der „Skinheads“ für ihre Zwecke missbrauchen, versuchen sie es mit dem Thema „Wikinger“. Inzwischen erlebe ich seit 2002 immer häufiger, das Mitglieder der rechtsextremen Szene gewandet auf historischen Veranstaltungen mitmischen. Ich fürchte, das der ideologische Missbrauch geschichtlicher Themen durch die rechtsextreme Szene weiter zunehmen wird.

 Auf mehreren Veranstaltung wurde ich angefeindet, als ich zum Beispiel den Besuchern Repliken slawischer Keramik aus wikingerzeitlichen Siedlungen zeigte. Als ich erzählte, das es neben den skandinavischen Grabsitten im 9. Jahrhundert in Haithabu auch mit etwa 20 % der Bestattungen slawische Gräber gab, wurden mir gegenüber massive Drohungen ausgestossen. Die Slawen seien in Haithabu die „Sklaven ihrer nordischen Herren“ gewesen, „die Wikinger mischten sich nicht mit minderwertigen Blute“ und seien der „seefahrende Stamm der nordischen Rasse“ gewesen , tönten diese „gewandeten Besucher“ laut herum.

Haithabu, so behaupteten Neonazis, würde übersetzt angeblich „Heidenburg“ bedeuteten, die letzte Bastion des „freien germanischen Nordens“ gegen die „judäochristliche Überfremdung und Unterdrückung“.

Mir wurde mit der Beschädigung meiner Ausrüstung und meiner Fahrzeuge gedroht, zudem habe man ja auch in Schleswig „Kameraden“, ich solle aufpassen, was ich von jetzt an sage. Und die Realität zu solch Ideologischer Einfalt? Die Archäologie zeigt statt dessen bei ideologiefreier Betrachtung der Fundlage  5 verschiedene Bestattungssitten in Haithabu. Und diese bezeugen unterschiedliche religiöse Vorstellungen der dort Bestatteten

Diese Funde zeigen ebenso wie die weitreichenden Handelsbeziehungen der Skandinavier das Bild einer eher  weltoffenen toleranten Kultur, nicht geeignet für den ideologischen Missbrauch von erbärmlichen Kleingeistern wie Neonazis. Haithabu bedeutet übrigens „Heideort“ oder „Siedlung auf der Heide“

Inzwischen habe ich mich bis auf Veranstaltungen in einzelnen Museen und Freilichtmuseen und den wenigen anspruchsvollen historischen Veranstaltungen im Bereich „Living  History“ weitgehend aus der Darstellung der Wikingerzeit zurückgezogen. Von fachkompetenten historischen Darstellern und Handwerkern erwarte ich eine kompromisslose Distanzierung von jeglichem Missbrauch geschichtlicher Themen. Dabei ist es gleich, ob dies zu ideologischen Zwecken oder zur simplen Projektion eigener Sehnsüchte in Zeitepochen und Kulturen geschieht. Öko-Esotheriker, die gegenüber Veranstaltungsbesuchern realitätsfern von Erd,- und naturverbundenen z.b. Kelten, Germanen oder Wikingern aus einer "guten alten Zeit" schwärmen, gehören für mich ebensowenig auf eine gute Living-History Veranstaltung wie Neonazis. Das Märchen von einer "umweltbewussten Vorgeschichte" ist schon für die Jungsteinzeit nicht haltbar, als der Raubbau der ersten Bauern Landstriche entwaldete und die Kupferverarbeitung Böden vergiftete. Sensibilität auf historischen Veranstaltungen wünsche ich mir vor allen im Umgang mit vorgeschichtlichen Symbolen, welche seit der der NS-Zeit von Rechtsextremisten missbraucht wurden und werden.(Damit meine ich vor allen Swastiken und bestimmte Runen)

Als unseriös sehe ich das Herauslösen solcher durch Missbrauch belasteten Symbole aus ihrem Original- Fundkontext an.

Ein Beispiel hierfür wäre, eine kleine Swastika aus der Ornamentik einer gewebten hallstattzeitlichen Kleiderborte aus Wollstoff statt wie in Originalfarbe in z.B. blau - rot oder blau- gelb als Einzelsymbol in schwarz- weiss - roter Farbe als überdimensionierte Schildbemalung für einen Schutzschild zu verwenden.

Lächerlich ist die Behauptung mancher Living -History Akteure und einiger Darsteller aus dem Reenactment, die Swastika wäre "eines der heiligsten altgermanischen Symbole".

Dem widerspricht die Archäologie.

Interessanterweise fehlt bei den archäologischen Funden ausgerechnet im nördlichen germanischen Bereich der späten vorrömischen Eisenzeit und des 1.Jahrhunderts die Swastika fast völlig bis auf einzelne isolierte Verwendungen als Keramikdekor im Gefäßboden.

Wer reine NS-Symbole, welche in der Vorgeschichte nicht existierten, z.b: die "Schwarze Sonne" oder die sogenannte "Wolfsangel", (eine Pseudorune aus der Runenesotherik des frühe 20 Jh.) in irgendeiner Form auf Veranstaltungen verwendet, hat meiner Ansicht nach auf historischen Veranstaltungen nichts zu suchen.

Im Januar 2008 wurde ich übrigens von einer Clique von  „Wikingerfans“ mit einem plumpen Erpressungsversuch aufgefordert, diesen vorliegenden Text aus dem Internet zu löschen. Scheinbar haben einige „Neuzeitwikinger“ statt einen bürgerlichen Namen nur einen nordischen „Künstlernamen“. Und wozu braucht ein Herr namens „Thorleif“, um sich aufzuspielen , 4 Begleiter als Gefolge.

Ich nenne meine Kritik offen unter meinem Namen auf meiner Internetseite und stehe dazu.. Wenn Herr „Thorleif“ ein Streitgespräch nicht offen und unter Nennung  seines richtigen Namens mit mir führen möchte, kann er mir bei so viel Feigheit nur leid tun!

„Gewandete Besucher auf historischen Veranstaltungen“

 Ich lehne unangemeldete gewandete Besucher auf historischen Veranstaltungen ab und auf Veranstaltungen, bei denen ich an der Organisation mitbeteiligt wäre, hätten diese  auch keinen Zutritt.

Mehrfach erlebte ich, das gewandete Besucher sowohl in authentischer Hinsicht, als auch in Zeitepochen und thematisch unpassender Kleidung sich an meinen Ausstellungsstand stellten und den Besuchen dort allerlei Unfug erzählten.(Kelten auf einer Spätmittelalterveranstaltung)

Zum Teil wurden diese Leute auf meine Aufforderung, meinen Ausstellungsstand zu verlassen, richtig aggressiv und pöbelten.

Für den normalen Besucher lässt sich hier nicht sofort erkennen, das solche Leute nicht in den geplanten Rahmen der Veranstaltung gehören.

Während Veranstalter von üblichen Mittelaltermärkten (welche ohnehin meist unauthentischer  Etikettenschwindel sind), „gewandeter Besucher“ zum Teil befürworten, wird das Auftauchen dieser Leute auf Veranstaltungen mit hohen Anspruch seitens der Mitwirkenden als Beleidigung empfunden.

Einige Leute geben sich schließlich Mühe, sich eine historische Tracht detailgetreu zu recherchieren und nachzufertigen, während die Marktmittelalterszene ein Kostüm von der Stange kauft oder sich nach Anregungen aus dem neuesten Hollywoodfilm „schn(ey)dert.“ .

Handwerksvermittlung oder „Handwerk spielen“.

Inzwischen beobachte ich, das häufiger Personen aus der „Mittelalterszene“ das Thema Fischerei für sich „entdecken“. Immer wieder bekomme ich Anrufe oder Mails, "mal eben schnell eine billige historische Fischerausstattung" anzufertigen oder zu beschaffen. Nach den Hintergründen solcher „Bestellungen“ fragend, ist dann meist die Antwort, man wolle damit auf historischen Veranstaltungen gegen Gage auftreten, auf Mittelaltermärkten Fisch verkaufen oder "in Museen Fischerei vorführen".  Ein Akteur wollte gar eine "Ich -AG, "Wikingerzeitliche Fischerei" gründen.An der Fischerei an sich scheinen manche „Möchtegern-Fischer“ nicht wirklich interessiert zu sein. Auf meine Anregung, sich diese Ausrüstung unter meiner Anleitung selbst anzufertigen, lautete seine Antwort: “Ich bin doch nicht blöd und fummel mir auf dem Markten monatelang ein Fischernetz zurecht“.

Das ist traurig, denn ich als Berufsfischer arbeite in jeder freien Minute an meiner historischen Ausrüstung und arbeite oft monatelang nach einem arbeitsintensiven Tag auf dem Wasser abends noch an zeitaufwendigen Netzrepliken. Fischereigeräte nach archäologischen Fundberichten zu rekonstruieren, erfordert neben Kenntnissen des Fischerhandwerks vor allen die Beschäftigung mit Fundberichten (die zum Glück meist nicht im Internet stehen). Regelmässige Anfragen über das Internet betreffen Details meiner Ausrüstungen .Gebe ich Literaturtips für Anleitungen zur Netzherstellung noch gerne weiter, so weigere ich mich, Detailfotos meiner Rekonstruktionen herauszugeben. Zumal meine Rekonstruktionen oft auf stark fragmentarischen vorhandenen Resten der Originale basieren.(z.B. Stellnetze nach neolithischen Vorbildern) Manche Leute fragen gar nach Bauplänen für meine Räucheröfen oder fordern mich auf, ihnen meine Räucherrezepte oder eine "Räucheranleitung" zuzusenden. Die Reaktion der Akteure aus der historischen Szene auf meine Weigerung, ihnen die eingeforderten Anleitungen und Detailaufnahmen meiner Rekonstruktionen zuzusenden, war gelegentlich ebenso interessant wie frech: "Dann fotografiere ich mir halt Deine Sachen auf Veranstaltungen oder besorge mir die Bilder von Deiner Internetseite". Wenn Leute, statt eigene Recherche zu betreiben, lieber die rekonstruierte Ausrüstung anderer Leute kopieren und sich so die mühselige Recherche ersparen, empfinde ich dies als äusserst unverschämt.Muss ich denn neben meiner Arbeit als Berufsfischer im Vollerwerb auch noch meiner Konkurrenz bei der Beschaffung ihrer "historischen Fischereiausrüstung" behilflich sein?!

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Auch ärgere ich mich über einen Akteur der "Wikingertage" in Schleswig ( für mich Ehrensache, das ich dort nicht auftrete), der neben zusammengesammelten volkskundliches Fischereigerät "Fischereigeräte von der Steinzeit bis zum Mittelalter" an seinen Stand ausstellt.

Recherche seinerseits ?-----Fehlanzeige

Die Geräte an diesem Stand wirken wie Dekorationsstücke aus verschiedenen Zeitepochen, das meiste dort gezeigte Gerät ist nicht einmal funktionstauglich. Beispielsweise funktionsfähige Zug oder Stellnetze aus passenden Material sucht man in seiner „Fischereiausrüstung“ auch vergebens. Statt dessen prahlte 2008 dieser Mann mit seinen angeblich "1000 Jahre alten Originalfischspeerspitzen" in den Schleswiger Nachrichten. Diese habe er bei eBay ersteigert und sich einiges kosten lassen". Nun gibt es aus der Wikingerzeit selbst in einer grossen Handelsstadt wie Haithabu nur sehr wenige erhaltene Fischspeerspitzen.Echte Originale sind von grossen archäologischen Wert, da diese zu den eher seltenen Funden gehören. Handelt es sich bei den Spitzen tatsächlich um "1000 jährige Originale", so dürfte sich für diese Objekte mit Sicherheit nach der Gesetzeslage das archäologische Landesamt interessieren .Wahrscheinlicher ist aber, wenn ich mir seine übrige Ausrüstung besehe, das hier alte volkskundliche Fischspeere dem Publikum als "1000jährige Originale" ausgegeben werden. Die überwiegende Zahl seiner Fischspeersammlung passt genausowenig zur Wikingerzeit wie die Boote, die dieser "Möchtegern-Fischer" gemeinsam mit seinem Kollegen auf die Schleswiger  Wikingertage schleppt. Ein undichter Einbaum in seiner Ausrüstung ist natürlich auch "ein altes Original", besonders merkwürdig ist aber eine schwimmende Holzkiste, welche wohl ein eine Art Boot darstellen soll. Damit posierte er 2008 für ein Foto der Schleswiger Nachrichten mit einem Fischspeer in der Hand. Für ein solches Gefährt, dessen Sinn und Zweck mir als Fischer nicht einleuchten will, ist es doch zur Fischerei gänzlich ungeeignet, gibt es natürlich auch keinerlei archäologische Vorlage. Falls dieses fragwürdige Gefährt gar eine prahmähnliches Boot oder ein anderes frühmittelalterliches Wasserfahrzeug darstellen soll, ist dies eine wirkliche Beleidigung des Bootsbauerhandwerks. Für seinen "nachgebauten" Räucherofen gibt es übrigens keine archäologischen wikingerzeitlichen Belege. ebenso wie für das eisengebundene Eichenfass, das ausgestellt wird.(die Fässer aus Haithabu bestanden aus Weißtannenholz und waren mit hölzernen Bändern gebunden)Ich kenne keinen wikingerzeitlichen skandinavischen Fassfund aus Eichenholz mit Eisenbändern!

Als Berufsfischer mit langjähriger Erfahrung in der Rekonstruktion auch wikingerzeitlicher Fischereigeräte empfinde ich das Auftreten solcher Leute in der Nachbarschaft der traditionsreichen Schleswiger Fischersiedlung "Holm" als Verhöhnung meines Berufes!Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem "Häuptling der Wikingertage" ist dieser Mann übrigens "Berufswikinger" und gestaltet "erlebnispädagogische Angebote" für Kinder und Erwachsene. Da darf der wikingerzeitliche Steckstuhlbau (Stuhlmodell von der afrikanischen Westküste) ebensowenig fehlen wie Axtwerfen,  Axtnageln und ähnliche Dinge, welche fachlich eine Katastrophe sind.In den Schleswiger Nachrichten vom August 2006 behauptete sein Kollege, der "Häuptling der Wikingertage", er hätte „gern in der Wikingerzeit  gelebt". Dieses befremdete Archäologen des Archäologischen Landesmuseums in Schleswig doch sehr, wie diese mir mitteilten. Wie will denn jemand, der noch nicht einmal in der Lage ist, eine passende Ausrüstung, geschweige denn passende Kleidung zu recherchieren, Aussagen über das Alltagsleben der Wikinger treffen. Ich halte solche Sprüche für realitätsfremd , als Berufsfischer möchte ich mit keinen meiner Kollegen vergangener Geschichtsepochen tauschen, aus denen ich Fischereihandwerk zeige!Was würde dieser Häuptling wohl sagen, wenn er wirklich ein Jahr unter den Bedingungen dieser Zeit leben müsste. Mit einer wikingerzeitlicher Ausrüstung den Lebensunterhalt erwirtschaften zu müssen, ist etwas anderes, als im Sommer klischeehaftes "Kostümcamping" auf Wikingermärkten zu betreiben. Mit solchen Leuten gibt für mich nicht die geringste Basis für irgendeine Zusammenarbeit.

Leider wurde meine Vertrauen von verschiedenen Akteuren aus der "Living-History-Szene" wiederholt ausgenutzt.

IInternetbekanntschaften und “Berufsfischer spielen”

2010 meldete sich ein "Wikingerdarsteller", inzwischen ein "nordischer Fischer" welcher seine damalige kommerzielle Darstellung wikingerzeitlichen Handwerks aufgegeben hatte, bei mir. Er wolle sich nun eine wikingerzeitliche Fischereiausrüstung erstellen, erzählte er. In seinen Mails und unseren Gesprächen betonte er mir gegenüber, er wolle mich damit aber nicht nachahmen und mir auch keine Konkurrenz machen. Glücklicherweise habe ich noch den Mailverkehr seit seiner Kontaktaufnahme zu mir vorliegen. Nach einigen Mailaustasch trafen wir uns und ich bot ihm Hilfe an. Auch zeigte ich ihm meinen Betrieb, meine verschiedenen mittelalterlichen und vorgeschichtlichen Fischereiausrüstungen und die Projekte, an denen ich seinerzeit arbeitete. Vertrauen hatte ich ihm gegenüber, da dieser Mann aus einer Fischerfamilie stammt und häufig von den wirtschaftlichen Problemen und dem wirtschaftlichen Existenzkampf in meinem Fischerberuf redete. Zudem verfügt er über handwerkliche Kenntnisse der Netzherstellung. Leider ignorierte ich seinerzeit die Warnungen von mehreren Freunden aus Archäotechnik, Archäologie, der historischen Darstellung und von Fischerkollegen, was ich nun bereue! Inzwischen erstellte er seine Internetseite zur "nordischen Fischerei", auf der mir viele der dort gezeigten Geräte bekannt vorkommen. Freunde aus der Archäotechnik und der Geschichtsdarstellung erkannten ebenfalls bereits auf den ersten Blick beim Aufbau seiner Ausstellung deutliche Ähnlichkeiten zu meinen Repliken und meiner Art deren Präsentation. Gleichzeitig bewarb sich dieser Mann bei einem Museum, für das ich bislang gearbeitet hatte. Besonders ärgerlich ist es, wenn dieser Mann so tut, als ob er Fischer wäre. Tatsächlich hat er aber keine Ausbildung in diesem Beruf, sondern ist zeitweilig als Hilfskraft auf einem Kutter mitgefahren. Damit er mit seinen nachgebauten Geräten auch fischen kann, besorgte er sich eine Hobbyfischereierlaubnis für eine kleine Anzahl Berufsfischereigeräte bei der Fischereiaufsicht. Damit bot er im Internet nun ebenfalls an, Fischereivorführungen durchzuführen. Selbst von "Experimenteller Archäologie" redete er auf seiner Seite. Dieses Verhalten empfinde ich als den bislang grössten Vertrauensbruch, den ich je von Leuten aus der "lebendigen Geschichtsdarstellung" oder aus dem historischen Handwerk erlebt habe. Und ausgerechnet diesem Mann wollte ich einen meiner Einbäume, verkaufen, bot ihm sogar an, mit mir gemeinsam sein nachgefertigtes Gerät auf der Schlei auszuprobieren! Auch Rohmaterialien für die Anfertigung von Repliken wollte ich ihm besorgen. Mich ärgern die vielen Tips und Empfehlungen, welche ich ihm gab. Stellte ich unter dem Thema "Fischerei in der Eisenzeit" die Beköderung einer Querangel als Fotoserie in das Internet, so fand sich eine vergleichbare Bilderserie nun auch auf seiner Seite. Auch erkenne ich viele der Geräte, welche ich unter "Eisenzeit", "Mittelalter" etc. bislang auf meiner Internetseite publizierte, ebenfalls auf seiner Seite wieder. Zum Glück habe ich lediglich einen winzigen Bruchteil meiner vor - und frühgeschichtlichen Fischereiausrüstung in das Internet gestellt. Langjährig befreundete Archäotechniker wie auch befreundete Archäologen rieten mir, als Lehre für die Zukunft nicht zu viele Fotos meiner Ausrüstung in das Internet zu stellen. Statt dessen sollte ich meine Texte und Ergebnisse meiner Fischereiexperimente lieber verstärkt in Fachzeitschriften zu publizieren. Auch sollte ich zukünftig von der Nennung von Literaturtips und Bezugsquellen bei unbekannten Personen Abstand nehmen. Ein Rat, den ich nun beherzigen werde. Leider verzögern sich damit auch Aktualisierungen und Erweiterungen meiner Internetseite, einen grossen vorliegenden Beitrag zur antiken römischen Fischerei und die Neufassung meiner Texte zum "Frühmittelalter" werden ebenso wie das Thema :"Fischerei der "Jahrhundertwende um 1900" erst in das Internet gestellt, nachdem ich diese Texte in Fachzeitschriften publiziert habe.

Auf die genannten Anmerkungen und Beobachtungen meiner Freunde und Bekannten aus Archäologie und Geschichtsdarstellung angesprochen, brach dieser "nordische Fischer" übrigens seinerseits wütend den Kontakt zu mir ab! Diese ganze Entwicklung enttäuscht mich zutiefst. Als ich 1992 mit der Rekonstruktion frühmittelalterlichen und vorgeschichtlichen Fischereigerätes begann, gab es kein Internet, statt dessen Briefverkehr mit Museen und mühselige Literaturrecherche.

Da ich als Küstenfischer in der kleinen Fischerei in meinem Fischereibetrieb und der historischen Fischerei in der meisten Zeit des Jahres rund um die Uhr voll eingespannt bin, kann ich nicht kritisch jede Anfrage aus dem Internet hinterfragen. Zudem ich die meiste Zeit des Jahres ohnehin kaum Zeit für PC- Arbeiten habe. Gerade der Sommer bedeutet für mich 7 -Tage Arbeitswochen, meist arbeite ich nach 5 Tagen in der modernen Fischerei in meinem Betrieb an den Wochenenden für die Museen. Und das inclusive den An -und Abreisezeiten oftmals in der Nacht. In den ersten 9 Jahren Selbstständigkeit auf der Schlei von April 2002- April 2011 hatte ich insgesamt keine 2 Wochen Urlaub. Zeit ist mir gerade im Sommer ein wirklich knappes Gut. Umso mehr ärgere ich mich, wenn Leute mit mehr Zeit als ich meine Gutgläubigkeit, Vorarbeit und Hilfe nutzen, sich eine Darstellung und Ausrüstung als Konkurrenz zu erstellen.

Bei Interessenten an der historischen Fischerei ist aus diesem Grunde eine persönliche Kontaktaufnahme auf historischen Veranstaltungen lieber, um die Leute, auch persönlich kennenzulernen. Anders verhält es sich natürlich bei bei Anfragen von Veranstaltern und Archäologen. Etwaiges Misstrauen bei Mailanfragen bitte ich zu entschuldigen, auch werde ich Recherchenergebnisse, Literaturtips etc. nicht mehr so freigiebig wie bislang weitergeben. "Erlebnispädagogen" und arbeitslose Ex- "Berufswikinger", welche auch ohne dem täglichen Existenzkampf in der Berufsfischerei wirtschaftlich ihr Auskommen haben, aber gerne den Berufsfischer spielen", werde ich keinesfalls unterstützen! Gegen Trittbrettfahrer aus der kommerziellen „Mittelaltermarktszene mit ihren oberflächlichen anspruchslosen „Fastfood denken“ oder dem Interesse, meine Arbeit nachzuahmen, behalte ich mir vor mich angemessen zu wehren! Ich möchte meinen traditionsreichen Beruf ebenso wie andere Berufe nicht auf das reduzierte Niveau zur Belustigung einer durch schlechte Mittelalterspektakel abgestumpften „Event- Besucherschaft“ verflacht sehen. Ebenso bin ich nicht Steigbügelhalter für Leute, welche mit meinen Ideen Konkurrenzangebote gestalten wollen. Ich würde mir wünschen, das mehr Leute, statt" Fischer zu spielen", lieber den Fischerberuf erlernen. Ist diesen Leuten dieser Beruf etwa zu hart? Dann vermisse ich hier den Respekt vor dem Geschick und den harten Lebensbedingungen gegenüber den Fischerkollegen aus den (aus Fischersicht), zum Glück zurückliegenden Zeitepochen der vergangenen Jahrzehnte, Jahrhundete und Jahrtausende!

Nichts braucht die historische Darstellung auf anspruchsvollen historischen Veranstaltungen derzeit dringender als verbindliche Qualitätsstandards, welche ein Mindestmass an Recherche erfordern und die Verflachung von historischen Veranstaltungen vermeiden!

Treten Akteure der "Grobmittelalterszene" gar in Museen auf und verbreiten dort ihre szeneüblichen Klischees (wie bereits mehrfach geschehen), so wird der Bildungsauftrag von Museen ad absurdum geführt.

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